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CDMO

Eine Contract Development and Manufacturing Organisation (CDMO) ist ein spezialisierter Partner, der Pharma und Biotechnologieunternehmen entlang der gesamten Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln unterstützt. Durch die Kombination von technischer Expertise, regulatorischem Know-how und Produktionskapazitäten hilft eine CDMO dabei, wissenschaftliche Konzepte über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg in zuverlässige, qualitativ hochwertige Produkte zu überführen.
Bei LTS verfolgen wir ein teilweise einzigartiges Modell: Wir unterstützen sowohl Partner, die eine LTS Technologieplattform nutzen, als auch Unternehmen, die ihre eigene Technologie entwickelt haben und einen hochwertigen Fertigungspartner benötigen, der globale Volumina liefern kann.

Innovation von der Idee bis zum Markt begleiten
Die Markteinführung eines pharmazeutischen Produkts erfordert weit mehr als einen vielversprechenden Wirkstoff. Sie verlangt eine sorgfältige Entwicklung, ein robustes Prozessdesign und eine Herstellungsstrategie, die den gesamten Entwicklungsprozess – von Machbarkeitsstudien, ersten Prototypen, klinischen Studien bis hin zur kommerziellen Markteinführung und dem Lebenszyklusmanagement – unterstützt.
Eine CDMO stellt die erforderlichen Fähigkeiten bereit, um diese Phasen effizient zu durchlaufen, und hilft Partnern dabei, sich weiterhin auf ihre wissenschaftlichen Ziele zu konzentrieren.

Eine CDMO bietet in der Regel integrierte Dienstleistungen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg an. Dazu zählen unter anderem Formulierungsentwicklung, analytische Prüfungen, Prozessoptimierung, Scale up, klinische Prüfproduktherstellung, Validierungen sowie die kommerzielle Produktion.
Durch die Bündelung dieser Leistungen innerhalb einer konsistenten und wertschöpfenden Partnerschaft schaffen Pharmaunternehmen einen nahtlosen Übergang von der frühen Entwicklung zur Markversorgung. Dieser integrierte Ansatz reduziert Komplexität, verbessert die Abstimmung und unterstützt eine hohe Kontinuität in allen Entwicklungsphasen.

Working with a CDMO offers important strategic advantages. It reduces the need for major investment in facilities, equipment, and specialised skils, while providing access to proven technical knowledge and manufacturing experience. In the case of LTS, this expertise and know how extends across a wide range of delivery technologies including Transdermal Therapeutic Systems, Oral Thin Films, Microneedle Array Patches, Topical Patch Systems, On Body Delivery Systems and Nasal Drug Delivery. To find out more about our technology platforms click here. 
For our partners, this model offers flexibility and speed, allowing its teams to adapt to changing development needs, respond to regulatory expectations and scale production with confidence.

Expertise matters
In pharmaceutical development, expertise is essential. Each product presents unique scientific, technical, and regulatory challenges, and success depends on the ability to manage them with precision. A strong CDMO partner does more than provide capacity. It contributes insight, continuity and execution across the entire journey, helping ensure that development and manufacturing are aligned with long-term product goals.

A partner for progress
As the pharmaceutical industry continues to evolve, the role of the CDMO becomes increasingly important. Pharma companies are seeking trusted partners who can combine innovation with operational excellence and support the delivery of high-quality products to patients around the world.
For more information on our CDMO capabilities click here

Die pharmazeutische Entwicklung – von den ersten wissenschaftlichen Grundlagen, Formulierungsentwicklung, Prototypen und klinischen Studien bis zur Herstellung großer Volumina – ist geprägt von hoher Komplexität, Präzision und strengen Qualitätsstandards. Wenn Programme von der Idee in die kommerzielle Umsetzung übergehen, entscheiden sich viele Unternehmen für die Zusammenarbeit mit einem Auftragshersteller, der über spezialisierte Expertise, dedizierte Infrastruktur und langjährige Erfahrung verfügt.
Auftragsherstellung in der Pharmaindustrie ist dabei weit mehr als ein reines Outsourcing Modell. Sie stellt eine strategische Zusammenarbeit dar, die dabei hilft, Produkte effizient, konsistent und unter Einhaltung kontinuierlich steigender regulatorischer Anforderungen auf den Markt zu bringen. Für Unternehmen, die skalieren und dabei Sicherheit gewinnen möchten, kann der richtige Partner in jeder Phase einen entscheidenden Unterschied machen.

Im Idealfall ist Auftragsherstellung eine nahtlose Erweiterung der eigenen Organisation. Sie ermöglicht es Pharmaunternehmen, sich auf Innovation, Entwicklung und Markstrategie zu konzentrieren, während ein erfahrener Partner die Verantwortung für die Herstellung übernimmt.
Dieses Modell ist besonders wertvoll in einer Branche, in der Qualität und Versorgungskontinuität essenziell sind, um sicherzustellen, dass Patientinnen und Patienten weiterhin Zugang zu lebensrettenden oder lebensverbessernden Therapien haben. Nur durch die Zusammenarbeit mit einem vertrauenswürdigen Fertigungspartner lassen sich hohe Investitionen in Kapitalanlagen reduzieren und gleichzeitig flexibel auf sich verändernde Marktanforderungen reagieren.

Die Pharmaindustrie unterliegt einer strengen regulatorischen Aufsicht und einer äußerst geringen Fehlertoleranz. Jeder Prozess muss darauf ausgelegt sein, Produktqualität zu sichern, Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten und höchste Standards der Patientensicherheit zu erfüllen.
Auftragsherstellung unterstützt Unternehmen dabei, diesen Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig operative Flexibilität zu bewahren. Sie kann die Markteinführungszeit verkürzen, die Produktionseffizienz steigern und Zugang zu spezialisierter Ausrüstung oder Expertise bieten, die intern nicht verfügbar ist. Für viele Organisationen stellt sie zudem einen flexiblen Wachstumspfad dar – ohne Kompromisse bei Qualität und Compliance.

Der Mehrwert der Auftragsherstellung geht weit über die reine Produktion hinaus. Ein starker Partner bringt seine Erfahrung bereits in der Planungsphase ein, sorgt für Abstimmung während der Entwicklung und gewährleistet Stabilität und Konsistenz beim Scale up und in der laufenden Versorgung.
Dieser Mehrwert entsteht nur durch eine frühzeitige Zusammenarbeit. Werden Herstellungsaspekte von Anfang an berücksichtigt, lassen sich Spezifikationen besser steuern, Risiken reduzieren und ein verlässlicher Entwicklungspfad etablieren. Eine klare Kommunikation zu Zeitplänen, Beschaffung und Qualitätsanforderungen hilft zudem, Verzögerungen zu vermeiden und eine langfristige operative Stabilität sicherzustellen.

That value can only be created through early collaboration. When manufacturing considerations are addressed from the outset, it becomes easier to manage specifications, reduce risk and establish a more reliable path forward. Clear communication around timelines, sourcing, and quality expectations also helps prevent delays and supports long-term operational stability.

Nicht jede Fertigungspartnerschaft ist gleich. In der Pharmaindustrie hängen erfolgreiche Ergebnisse von technologischen Fähigkeiten, regulatorischer Disziplin und einem gemeinsamen Qualitätsverständnis ab.
Ein starker Auftragsherstellungspartner bietet mehr als reine Kapazitäten. Er bringt bewährte Erfahrung, robuste Systeme und die Fähigkeit mit, als echte Erweiterung des eigenen Teams zu agieren. Ebenso wichtig sind eine transparente Planung und eine verlässliche, reaktionsschnelle Umsetzung – damit jeder Schritt konsequent auf die Ziele des Entwicklungsprogramms ausgerichtet ist.
Mit dem richtigen Partner wird Auftragsherstellung zur Grundlage für nachhaltiges Wachstum. Das Ergebnis ist nicht ausgelagerte Produktion, sondern eine Partnerschaft, die auf Qualität, Versorgungssicherheit und langfristigen Erfolg ausgelegt ist.

TTS

Ein Transdermales Therapeutisches System (TTS) – häufig auch als transdermales Pflaster bezeichnet – ist eine gebrauchsfertige Darreichungsform, die entwickelt wurde, um eine definierte Wirkstoffmenge kontrolliert über die Haut in den Blutkreislauf abzugeben.
TTS ermöglichen eine systemische Therapie, das heißt, der Wirkstoff wird im gesamten Körper verteilt.

Die meisten modernen transdermalen Pflaster bestehen aus (mindestens) drei wesentlichen Schichten:

  • Trägerschicht (Backing Layer):
    Die äußere, wasserundurchlässige Schutzfolie, die den Wirkstoff vor äußeren Einflüssen wie Wasser, Schweiß oder mechanischer Belastung schützt
  • Wirkstoffhaltige Klebeschicht:
    Die zentrale Schicht, in der der Wirkstoff gelöst oder fein verteilt in einer festen polymeren Klebematrix enthalten ist
  • Schutzfolie (Release Liner):
    Eine abziehbare Schutzschicht, die unmittelbar vor dem Aufkleben entfernt wird und die Klebefläche freilegt

Nach dem Aufbringen des Pflasters wandert der Wirkstoff zunächst in das Stratum corneum, die äußerste Barriere der Haut. Anschließend diffundiert er durch die tieferen Schichten der Epidermis und Dermis, bis er die Kapillaren erreicht, über die der Wirkstoff in den systemischen Blutkreislauf aufgenommen wird.

  • Umgehung des First Pass Effekts: Da der Wirkstoff nicht über den Magen Darm Trakt aufgenommen wird, entfällt der erste Metabolisierungsschritt in der Leber. Dies kann die Wirksamkeit erhöhen und gastrointestinale Nebenwirkungen reduzieren.
  • Konstante Wirkstoffspiegel: TTS ermöglichen eine gleichmäßige, kontrollierte Freisetzung und vermeiden die typischen Wirkstoffspitzen und -täler, wie sie bei Tabletten auftreten können.
  • Hohe Therapietreue (Compliance): Transdermale Pflaster sind nicht invasiv, einfach anzuwenden und können – je nach Produkt – über mehrere Stunden bis zu 7 Tage getragen werden. Das ist besonders vorteilhaft für Patientinnen und Patienten, die Tabletten schlecht vertragen oder die tägliche Einnahme vergessen.
  • Sofortige Beendigung der Therapie: Bei unerwünschten Nebenwirkungen kann die Wirkstoffzufuhr einfach durch Entfernen des Pflasters gestoppt werden.

Transdermale Pflaster werden bei einer Vielzahl von Indikationen eingesetzt, unter anderem bei:
Raucherentwöhnung, Schmerztherapie, Hormontherapien, chronischen Erkrankungen wie Alzheimer- und Parkinsons-Erkrankungen, Angina pectoris oder Bluthochdruck.

Mehr über unsere transdermale Technologien erfahren Sie hier.

MAP

Mikronadel-Pflaster (MAPs) – englisch Microneedle Array Patches – sind ein neuartiges Wirkstoff‑ und Impfstoffabgabesystem. Sie wurden als schmerzfreie, minimalinvasive Alternative zu herkömmlichen Injektionen entwickelt.
Angewendet wie ein kleines selbstklebendes Pflaster nutzen MAPs ein Array aus Hunderten bis Tausenden mikroskopisch kleiner Nadeln, um Wirkstoffe gezielt durch die Haut zu verabreichen.

Ein Mikronadel-Pflaster kombiniert die direkte Wirkstoffabgabe einer Injektion mit der einfachen Handhabung eines transdermalen Pflasters. Zu den Hauptkomponenten zählen:

  • Mikronadel‑Array: Ein Gitter aus winzigen Nadeln mit einer typischen Länge von 300 bis 1.000 µm, angeordnet auf einer Trägerplatte
  • Aktiver pharmazeutischer Wirkstoff (API): Arzneimittel oder Impfstoff, der entweder auf die Mikronadeln aufgebracht, in ihnen eingelagert oder in einem Reservoir gespeichert ist
  • Trägerschicht (Backing Layer): Ein flexibles Material, das das Mikronadel‑Array schützt und für einen sicheren Sitz des Pflasters sorgt
  • Haftschicht: Gewährleistet die sichere Fixierung des Pflasters auf der Hautoberfläche.

MAPs überwinden gezielt das Stratum corneum, die äußere Schutzschicht der Haut, und bringen den Wirkstoff in die immunologisch aktiven Schichten der Epidermis und Dermis ein. Der genaue Mechanismus hängt vom Typ der Mikronadeln ab:

  • Auflösbare Nadeln: Die Mikronadeln bestehen aus wasserlöslichen Polymeren (z. B. PVA oder PVP), die sich bei Kontakt mit Hautfeuchtigkeit auflösen und den Wirkstoff direkt ins Gewebe freisetzen.
  • Beschichtete Nadeln: Feste Mikronadeln sind mit einer trockenen Wirkstoffformulierung beschichtet. Nach dem Eindringen in die Haut löst sich die Beschichtung schnell auf; die Nadeln werden anschließend zusammen mit dem Pflaster entfernt.
  • Hohle Nadeln: Winzige Kanäle innerhalb der Nadeln ermöglichen das Einbringen flüssiger Wirkstoffe aus einem Reservoir direkt in die Haut.
  • Hydrogel‑Nadeln: Diese Mikronadeln quellen durch Aufnahme von interstitieller Flüssigkeit auf und bilden einen gelartigen Transportweg, über den der Wirkstoff über einen längeren Zeitraum diffundieren kann.
  • Schmerzfreie Anwendung: Die Mikronadeln sind so kurz, dass sie tieferliegende Nervenenden nicht erreichen
  • Thermostabilität: Wirkstoffe liegen häufig in trockener Form vor, was eine kostenintensive Kühlkette überflüssig machen kann
  • Selbstanwendung: Die einfache Handhabung ermöglicht in vielen Fällen die Applikation durch Patientinnen und Patienten selbst, z. B. zu Hause
  • Hohe Sicherheit: Kein Risiko für Nadelstichverletzungen und kein gefährlicher Abfall
  • Verbesserte Immunantwort: Durch die gezielte Abgabe in hautnahe Schichten mit hoher Dichte an Immunzellen können MAPs bei Impfstoffen wirksamer sein als herkömmliche Injektionen.

MAPs für pharmazeutische Anwendungen sind derzeit noch nicht kommerziell verfügbar. Jedoch befinden sich zahlreiche MAP‑basierte Produkte in klinischen Studien, unter anderem für:
Impfstoffe gegen Influenza, Masern‑Röteln, COVID‑19 und Hepatitis B; Langwirksame Anwendungen zur Behandlung chronischer Erkrankungen, z. B. hormonelle Verhütung oder Insulinabgabe bei Diabetes; Onkologische Anwendungen, etwa die lokale Verabreichung von Wirkstoffen zur Behandlung von Hautkrebs.

Mehr über unsere Technologie erfahren Sie hier.

OTF

Oral Wirkstoff-Filme (OTFs), auch bekannt als orale Schmelzfilme, sind dünne, polymerbasierte Filme, die sich im Mund schnell auflösen. Sie werden entweder auf die Zunge gelegt, darunter platziert (sublingual) oder an der inneren Wangenfläche (bukkal) angebracht.
Sie bieten eine diskrete und komfortable Möglichkeit der Arzneimittelverabreichung – insbesondere für Menschen, die Schwierigkeiten beim Schlucken von Tabletten haben.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von OTFs:

  • Orodispergierbare Filme, die sich sofort im Speichel auflösen und anschließend geschluckt werden.
  • Oromukosale Filme, die an der Mundschleimhaut haften und den Wirkstoff direkt über die Schleimhaut in den Blutkreislauf abgeben.

Ein typischer oraler Wirkstoff-Film setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Aktiver pharmazeutischer Wirkstoff (API):
    Der eigentliche Arzneistoff (in der Regel 5–30 % des Filmgewichts)
  • Film-bildende Polymere:
    Die strukturelle Basis des Films, z. B. HPMC, Pullulan oder Stärke
  • Weichmacher:
    Zusatzstoffe wie Glycerin oder PEG 400, die dem Film Flexibilität verleihen und Brüchigkeit verhindern
  • Geschmacksüberdeckende Substanzen:
    Süßstoffe und Aromen zur Maskierung bitterer Wirkstoffe
  • Speichelstimulierende Stoffe:
    Inhaltsstoffe wie Zitronensäure, die den Speichelfluss anregen und so die Auflösung beschleunigen.

Die Wirkstoffaufnahme aus Wirkstoff-Filmen erfolgt über zwei Hauptwege:

  1. Direkte Aufnahme über die Mundschleimhaut (transmukosal):
    Bei sublingual oder bukkal applizierten Filmen wird der Wirkstoff direkt über die gut durchblutete Mundschleimhaut in den Blutkreislauf aufgenommen. Dadurch wird der sogenannte First-Pass-Effekt umgangen, bei dem Wirkstoffe zunächst über die Leber verstoffwechselt würden.
  2. Bei schnell löslichen Standardfilmen löst sich der Film im Speichel auf und wird geschluckt. Der Wirkstoff wird anschließend im Magen oder Dünndarm aufgenommen.
  • Einfache Anwendung:
    Keine Einnahme von Wasser erforderlich – ideal für unterwegs oder in Notfallsituationen
  • Hohe Akzeptanz:
    Besonders geeignet für Kinder, ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit Schluckbeschwerden oder Angst vor dem Verschlucken
  • Schneller Wirkungseintritt:
    Die direkte Aufnahme in den Blutkreislauf kann zu einer rascheren therapeutischen Wirkung führen als bei geschluckten Tabletten
  • Hohe Dosiergenauigkeit:
    Jeder Film enthält eine exakt vorab definierte Wirkstoffmenge
Orale Wirkstoff-Filme werden sowohl in verschreibungspflichtigen als auch in frei verkäuflichen (OTC) Produkten eingesetzt. Zu den Anwendungsgebieten zählen unter anderem:

  • Schnell wirksame Therapien bei allergischen Reaktionen, Asthma oder Schlafstörungen
  • Linderung von Symptomen bei Husten, Erkältung, Halsschmerzen und Schmerzen
  • Spezialisierte Anwendungen, z. B. bei Übelkeit und Erbrechen, erektiler Dysfunktion, Migräne sowie Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

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NDD

Die nasale Wirkstoffverabreichung in flüssiger Form (Nasal Drug Delivery, NDD) ist eine nicht invasive Methode zur Applikation von Arzneimitteln direkt in die Nasenhöhle, in der Regel als Spray oder Tropfen. Dieser Verabreichungsweg ist sehr vielseitig und wird sowohl für die lokale Behandlung von Erkrankungen der Nase (z. B. Allergien) als auch für die systemische Anwendung eingesetzt, bei der der Wirkstoff in den Blutkreislauf gelangt und im gesamten Körper wirkt.

Ein flüssiges nasales Sprühsystem besteht typischerweise aus zwei zentralen Bestandteilen:

  • Die Formulierung: Die flüssige Zubereitung enthält den Wirkstoff. Dieser kann vollständig gelöst, als feine Feststoffpartikel suspendiert oder in Form einer Emulsion vorliegen, bei der zwei Flüssigkeiten miteinander vermischt sind. Häufig werden Hilfsstoffe eingesetzt, z. B. Puffer zur Stabilisierung des pH Werts, Viskositätsmodifikatoren sowie Konservierungsmittel.
  • Das Applikationssystem: Ein Dosierspray mit einfacher, doppelter oder mehrfacher Abgabe, das eine präzise und reproduzierbare Wirkstoffmenge als feinen Sprühnebel freisetzt.

Die Aufnahme erfolgt über die Nasenschleimhaut, ein dünnes und stark durchblutetes Gewebe. Dabei sind drei Hauptwege von Bedeutung:

  1. Lokale Wirkung: Das Arzneimittel wirkt direkt an der Nasenschleimhaut, insbesondere in den oberflächlichen Bereichen, um lokale Entzündungen oder Verstopfungen zu behandeln.
  2. Systemische Aufnahme: Der Wirkstoff passiert die Epithelzellen der Schleimhaut (transzellulär) oder gelangt zwischen ihnen hindurch (parazellulär) in das dichte Blutgefäßnetz und von dort in den systemischen Kreislauf.
  3. Nase zu Gehirn Transport: Bestimmte Wirkstoffe können die Blut Hirn Schranke umgehen, indem sie entlang des Riech oder Trigeminusnervs transportiert werden, und so direkt das zentrale Nervensystem erreichen.
  • Schneller Wirkungseintritt: Aufgrund der guten Durchblutung der Nasenschleimhaut erfolgt die Aufnahme rasch, was häufig zu einem schnellen therapeutischen Effekt führt.
  • Umgehung des First Pass Effekts: Im Gegensatz zur oralen Einnahme passieren nasale Arzneimittel nicht zuerst den Magen Darm Trakt und die Leber, wodurch ein Wirkstoffabbau vor Eintritt in den Blutkreislauf vermieden wird.
  • Nicht invasiv: Die nasale Applikation ist eine nadelfreie Alternative zu Injektionen und erhöht den Patientenkomfort sowie die Therapietreue.
  • Einfache Anwendung: Die meisten Systeme sind kompakt, mobil und für die einfache Selbstanwendung konzipiert.
Zu den häufigen Anwendungen zählen lokale Therapien wie abschwellende Mittel, Antihistaminika und Kortikosteroide zur Behandlung von Rhinitis und Allergien; systemische Therapien wie Migränebehandlung, Hormontherapien oder rauchentwöhnende Medikamente; außerdem Notfall und Akutindikationen wie die Behandlung von Opioid Überdosierungen und epileptischen Anfällen sowie Lebend Influenza Impfstoffe und schnell wirksame Schmerztherapien.

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Nasen-
sprays

Ein Unit Dose Nasenspray, auch als Einzeldosis- oder Uni Spray System bezeichnet, gibt eine einzelne Dosis von 100 µL Wirkstofflösung ab. Das System erfordert kein Priming und wird nach einmaliger Anwendung entsorgt.
Diese Systeme eignen sich besonders für Wirkstoffe, die einen schnellen Wirkungseintritt benötigen, und sind daher besonders geeignet bei Notfallindikationen.
Bei LTS befüllen wir mehr Unit Dose Nasensprays als jeder andere Auftragshersteller (CMO). Mit mehreren Abfüll- und Montageanlagen können wir Projekte von der Entwicklung über klinische Phasen bis hin zur kommerziellen Produktion unterstützen.
Ein Bi Dose Nasenspray ist dafür ausgelegt, zwei exakt dosierte Sprühstöße abzugeben. Das System benötigt kein Priming und wird nach der Anwendung entsorgt.
Je nach Anwendung kann das System auf zwei Arten eingesetzt werden:

  1. Es wird zunächst eine Dosis appliziert; abhängig von der Reaktion des Patienten kann bei Bedarf eine zweite Dosis verabreicht werden.
  2. Es werden jeweils 100 µL in beide Nasenlöcher appliziert (insgesamt zwei Sprühstöße), um eine vollständige Dosis zu erreichen. Diese Anwendung ist insbesondere für Wirkstoffe mit geringer Löslichkeit geeignet, die nicht in einer Einzeldosis verabreicht werden können.

LTS verfügt über mehr Erfahrung in der Abfüllung und Montage des Aptar Bi Dose Systems als jeder andere Hersteller. Mit unseren Abfüll- und Montagekapazitäten unterstützen wir Projekte von der Entwicklung über klinische Phasen bis zur kommerziellen Produktion.

Nasensprays enthalten häufig Konservierungsmittel, um mikrobielles Wachstum und Kontamination während der Haltbarkeitsdauer zu verhindern. Konservierungsmittelfreie Nasensprays verzichten bewusst auf solche Zusätze.
Stattdessen werden sie unter aseptischen Bedingungen hergestellt, um Sterilität sicherzustellen. Dazu wird das Bulk Produkt vor der Abfüllung durch einen 0,22 µm Filter filtriert und anschließend unter aseptischen Bedingungen in Behälter abgefüllt. Danach wird – weiterhin unter Reinraumbedingungen der Klasse A – eine spezielle, konservierungsmittelfreie Nasenspraylösung aufgebracht. Diese Sprays verfügen über integrierte Filter, die eine mikrobielle Kontamination durch Umgebungsluft nach der Anwendung verhindern.
LTS gehört weltweit zu den wenigen Auftragsherstellern (CMO), die konservierungsmittelfreie Nasensprays herstellen können. Wir bieten diese Leistungen sowohl im klinischen als auch im kommerziellen Maßstab an.

Sind Nasensprays Kombinationsprodukte aus Arzneimittel und Medizinprodukt?
Nasensprays gelten gemäß FDA Definition (FDA 21 CFR 3.2(e)) als Kombination aus Arzneimittel und Medizinprodukt („Combination Product“). Darunter versteht man Produkte, die aus zwei oder mehr regulierten Komponenten bestehen (z. B. Arzneimittel/Medizinprodukt, Biologikum/Medizinprodukt etc.), die physisch, chemisch oder anderweitig zu einer Einheit kombiniert sind.
Die US amerikanische Arzneimittelbehörde FDA unterscheidet zudem neun Kategorien solcher Kombinationsprodukte. Nasensprays fallen dabei unter Typ 2: „Vorgefülltes Arzneimittelabgabesystem“, bei dem der Wirkstoff in das System integriert ist und das Gerät ausschließlich der Verabreichung des Arzneimittels dient.
Da Nasensprays als Kombination aus Arzneimittel und Medizinprodukt eingestuft werden, sind Formulierung, Entwicklung und Geräteauswahl entscheidend für die Leistungsfähigkeit des Produkts. LTS verfügt über ein erfahrenes Forschungs- und Entwicklungsteam mit umfassender Expertise in der Formulierungsentwicklung und Auswahl geeigneter Applikationssysteme.

Um mehr über unsere Kompetenzen im Bereich Nasensprays zu erfahren  klicken Sie hier.

OBDS

OBDS, auch bekannt als tragbare Injektoren oder On Body Injektoren, sind mobile medizinische Geräte, die auf der Haut eines Patienten haften und Arzneimittel über einen kontrollierten Zeitraum abgeben. Sie werden hauptsächlich zur subkutanen (s.c.) Verabreichung von großvolumigen oder hochviskosen Wirkstoffen eingesetzt, die nicht mit herkömmlichen Autoinjektoren appliziert werden können.

Ein OBDS besteht in der Regel aus mehreren integrierten Baugruppen, die auf Präzision und Patientenkomfort ausgelegt sind:

  • Wirkstoffreservoir / Kartusche / Vial: Ein Behälter (häufig aus spezialisierten Polymeren oder Glas), der das Arzneimittel enthält.
  • Klebepflaster: Ein Pflaster mit einem medizinischen Hautkleber, der das Gerät sicher am Körper fixiert, meist am Bauch, Oberschenkel oder Oberarm.
  • Einführmechanismus: Ein System, das eine kleine, in der Regel verdeckte Nadel in das subkutane Gewebe einführt – optional über eine weiche Kanüle.
  • Antriebssystem: Ein mechanischer oder elektronischer Antrieb, der das Arzneimittel aus dem Reservoir in den Körper fördert.
  • Steuerung / Elektronik: Einige Systeme verfügen über programmierbare Elektronik zur präzisen Dosierung sowie über Bluetooth Konnektivität zur Fernüberwachung.
  • Gerätegehäuse (Außenschale): Ein stabiles Gehäuse, das alle mechanischen, elektronischen und wirkstoffführenden Komponenten integriert.

Die Verabreichung erfolgt in mehreren Schritten:

  1. Aktivierung: Nach dem Anbringen auf der Haut aktiviert der Anwender das Gerät in der Regel per Knopfdruck.
  2. Einführung: Eine Nadel oder Kanüle wird automatisch in das subkutane Fettgewebe direkt unter der Haut eingeführt.
  3. Kontrollierte Infusion: Der Antrieb gibt das Arzneimittel über Minuten, Stunden oder sogar Tage hinweg mit einer exakt kontrollierten Rate ab – nicht als schnelle Bolusinjektion.
  4. Resorption: Der Wirkstoff gelangt aus dem subkutanen Gewebe in die kleinen Blut oder Lymphkapillaren und damit in den systemischen Kreislauf.

OBDS Technologien bieten mehrere Vorteile gegenüber herkömmlichen Nadeln oder Autoinjektoren:

  • Höhere Dosierkapazität: Es können Volumina von mehr als 3 mL bis zu 50 mL verabreicht werden – deutlich über der Grenze klassischer Autoinjektoren.
  • Verbesserter Komfort: Die langsame Abgabe reduziert Gewebespannung und Gegendruck und verringert dadurch deutlich die Injektionsschmerzen, insbesondere bei hochviskosen Lösungen.
  • Reduzierte Gesundheitskosten: Die einfache Anwendung zu Hause minimiert Klinikbesuche und senkt damit verbundene medizinische Kosten.
  • Erhöhte Sicherheit: Verdeckte Nadelmechanismen reduzieren Nadelangst und minimieren das Risiko unbeabsichtigter Nadelstichverletzungen.
On Body Delivery Systems gewinnen zunehmend an Bedeutung bei der Behandlung chronischer und komplexer Erkrankungen, z. B. in der Onkologie zur Verabreichung großvolumiger monoklonaler Antikörper, Immuntherapien und zur Prävention von Neutropenie nach Chemotherapie; in der Immunologie und bei seltenen Erkrankungen, etwa zur Behandlung autoimmuner Krankheiten oder von paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie; sowie im Bereich kardiovaskuläre Gesundheit und Diabetes Management.

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